
Was tun, wenn nichts mehr geht?
Ich hab mir das so schön vorgestellt und dann ging einfach gar nichts. Worüber ich spreche und was ich meine, kannst du in diesem Beitrag lesen.
Vielleicht hast du ja auch schon einmal solch eine Erfahrung gemacht


Nach einem Meniskusschaden aus heiterem Himmel, einem Abriss vom Hinterhorn und vier Monaten mit Schmerzen, hatte ich Anfang September eine Knie OP. Innen- und Außenmeniskus wurden an mehreren Stellen bereinigt und es musste an zwei Stellen genäht werden.
Das bedeutete eine längere Auszeit, was mir für diesen Fall im Vorfeld schon angekündigt worden war.
In Gedanken hatte ich mir das so schön ausgemalt:
Wenn die schlimmsten Schmerzen erst einmal vorbei sind, ich noch nicht wieder arbeiten gehen darf und Zeiten habe, in denen ich auf dem Sofa sitzen und lesen oder mich anders beschäftigen kann, dann…
Ja, dann kann man es sich auch in Krankheitsphasen angenehm machen. Ein gutes Buch, eine gemütliche Atmosphäre, etwas zu Schreiben, einen Tee…
Kreativ sein, malen, schreiben.
Ich hatte schon einmal vor ein paar Jahren eine Phase, in der ich drei Wochen zu Hause bleiben musste und nicht arbeiten konnte. In dieser Zeit habe ich ein sehr gutes Buch gelesen das mich angesprochen, berührt, ermutigt und meinen Glauben neu lebendig gemacht hat. Auch damals hatte ich eine längere Zeit hinter mir, in der ich nicht malen oder schreiben konnte. Irgendwie war da das Gefühl einer Blockade. Aber ich konnte lesen.
Und genau das, hatte ich mir jetzt auch so vorgestellt und gehofft, dass ich Zeit und innere Motivation zum Lesen, Malen oder Schreiben finde. Eben so, wie es damals auch war. Ich hatter das Buch „Asche und Eden“ von Fabienne Sita gelesen und später das Bild „Trust God’s promises“ gemalt.
Auch jetzt lag ein gutes Buch bereit, an Material und Schreibzeug fehlte es nicht.
Aber es kam ganz anders. Mir fehlte die innere Ruhe zum Lesen, Texte mit Tiefgang oder ein Gedicht zu schreiben, scheiterte. Meine Malversuche sahen schrecklich aus.
Mir kam es wieder, wie eine Blockade vor! Nichts ging und ich war innerlich total frustriert.
Einzig ein paar einfache Arbeiten an meiner Homepage, wie Fotos hochladen, oder mal mit jemandem über Handy schreiben, waren mir möglich.
Nach den ersten drei Wochen, in denen mein Mann zu Hause war und seinen Urlaub darein investierte, mich zu Versorgen und zu meinen verschiedenen Terminen zu fahren oder auch einfach Zeit mit mir zu verbringen, war ich dann auch noch den ganzen Tag alleine zu Hause.
Meine Stimmung wurde immer schlechter und ich kam mit mir selber nicht mehr klar. Ich bekam eine Ahnung davon, wie es Menschen gehen muss, die alleine leben und/oder mit Depressionen zu kämpfen haben. Meine Gedanken fuhren Karussell und eine Abwärtsspirale meiner mentalen Verfassung hatte eingesetzt.
Immer wieder habe ich im Gebet vor Gott gerungen und mit meinen Gedanken und Emotionen gekämpft; habe mir selber Bibelworte vor Augen gehalten, von denen ich wusste, dass sie wahr sind. Mein Glaube und Vertrauen soll nicht von meinen Gefühlen abhängig sein aber manchmal ist das eine große Herausforderung.
Es hat noch einige Wochen gedauert, bis ganz langsam etwas mehr Leichtigkeit kam und ich wieder in der Lage war, einen Pinsel in die Hand zu nehmen ohne gleich frustriert aufzugeben.
Was hat mir geholfen?
Mich mit ermutigenden Versen aus Gottes Wort zu beschäftigen, Freunde um Gebetsunterstützung zu bitten und auch selber mit meinem himmlischen Vater zu sprechen.
Darüberhinaus habe ich anderen, von denen ich wusste, dass sie auch in einer schwierigen Situation sind, Ermutigung zugesprochen oder geschrieben, für sie gebetet und das hat gleichzeitig auch etwas mit mir gemacht.
Wenn dann eine freundliche Rückmeldung, ein Danke oder der Satz kam: „das kommt genau im richtigen Moment“, hat mich das berührt und dankbar gemacht.
Es ist keine Schwäche, andere um Hilfe zu bitten, es ist einfach nur ehrlich. Wir alle brauchen mal Hilfe und wir alle dürfen anderen helfen.
Es ist kein dummes Sprichwort, sondern eine Tatsache:
„Geteiltes Leid, ist halbes Leid und geteilte Freude, ist doppelte Freude!“
Lass dich ermutigen und probier es einfach aus.



